
Staunen wie ein Königskind
Vaterherzschule vom 20. bis 31. Mai 2009 in Hannover
"Werdet still und erkennt, dass Ich Gott bin" (Psalm 46:11)
Wir, das sind 100 Teilnehmer aus ganz Deutschland und 30 Mitarbeiter, haben elf intensive Tage in der herrlichen Gegenwart Gottes zusammen erlebt, haben gestaunt wie Königskinder und wurden reich gesegnet.
In den sehr individuell gestalteten Zeiten der 18 Minigruppen fand viel Spaß und persönlicher Austausch statt. Hier ging es um alltagsrelevante Themen, eigene Erfahrungen, Nöte und Freuden. Wer Lust hatte auf Stadtbummel oder Eisessen kam auch auf seine Kosten. Grillen, Fußballspielen und Stadtbesichtigung brachten uns einander näher.
Besonders die Gäste, die nebenan im leeren Polizeigebäude ihre Schlafstatt gefunden hatten, fühlten sich nach ein paar Tagen wie eine große WG. Sie kamen immer erst seeehr spät in den Schlaf, was aber die Laune am nächsten Tag nicht trüben konnte.
Und wie immer war die Bedürfnislage bei allen unterschiedlich, manche waren ziemlich ausgelaugt angekommen, manche fröhlich und abenteuerlustig und andere auch tief verletzt und entmutigt. Und wieder fand der Vater einen Weg zu allen, wie nur er es kann. Wie wunderbar, dass er immer tiefer sieht, direkt ins Herz. Dass er jedem mit aufbauenden Worten und Verständnis entgegenkommt und so lange dranbleibt, bis seine Liebe durchgedrungen ist und seine Stimme wieder gehört wird. Das kann auch mal ein paar Tage dauern, wenn man sich schon längere Zeit hat "warm anziehen" müssen.
Insofern waren diese 11 Tage nicht zu lang
Die Predigten, die mittlerweile im Internet zu hören sind, brachten neue Offenbarungen, aber auch viel Bewährtes. Herrlich freie, unreligiöse Zeiten in der Anbetung, im "Feuertunnel" und bei Kaffee und Keksen im Sonnenschein erfrischten Geist und Seele.
Gottes Gegenwart war da und brachte auch "Steine ins Rollen" , um die man sich hinterher bei offenen Gesprächen und im Gebet kümmern konnte.
Es ist viel passiert in dieser Zeit. Viele berichteten hinterher , wie die Begegnung mit dem liebevollen Papa, der oft so überraschend anders ist als man erwartet, die Herzen verändert, befreit und wiederhergestellt hat.
Der einzige "Wermutstropfen": Dass komplett alle Schüler sitzen geblieben sind (auf dem Schoß von Abba-Vater); aber das war im letzten Jahr auch schon so.
Vaterherzschule - Ich war dabei
Die Vorgänger vom letzten Jahr hatten mich neugierig gemacht.
Was habe ich erlebt? Was gelernt?
Am Anfang gab es eine Zuckertüte. Aha. Symbolik also, um Dinge in mir anzurühren, die mir aus anderem Zusammenhang bekannt sind.
Und ? wie in der Schule ? gab es Dinge zum Ausprobieren, die mir noch nicht so bekannt sind, zu denen ich vielleicht auch gar keine Lust habe, die ich albern finde, die jetzt aber auf dem ?Probier doch mal-Programm? stehen; Schule ist ja nicht nur Lernen mit dem Kopf, sondern Ganzkörper-Erfahrung.
Was ich gelernt habe? Es klingt platt: Gott ist wirklich gut, er hat mich total lieb, er ist begeistert von mir, er nimmt mich auf seine Schultern und rennt mit mir im Garten rum; alle attraktiven Papa-Geschichten, die mich je angerührt haben, zeigen ein kleines Bruchstück von dem, wie Gott wirklich ist, und er ist einfach noch viel mehr.
Wenn ich das lese und mit dem Kopf bedenke, bleibt es manchmal für mich ganz oberflächlich. Was hindert mich? Welche Vorbehalte habe ich? Könnte es sein, dass Gott mich nur kontrollieren will? Oder dass er mir doch vorwirft, dass er für mich Jesus hat kreuzigen lassen müssen? Dass er von mir enttäuscht ist, weil ich noch immer nicht seinen Erwartungen entspreche? Dass er darauf wartet, dass ich endlich charakterlich gefestigt bin und meine Aufgaben im Reich Gottes so ausfülle, dass ich seine Gnade endlich verdient habe?
Diese Gedanken zeigen, wie verkorkst ich bin und welche falschen Vorstellungen ich mir von Gott mache. ?Zeig mal her?, sagt Gott sanft und betrachtet das wie einen Splitter im Finger, ?sieht böse aus. Das hat sich entzündet. Von allein kommt das auch nicht raus. Tut´s weh? Wir werden das mal in warmes Seifenwasser einweichen. Und dann wird es besser.? Also macht der Finger Soaking. Erfahrung 1: Soaking ist angenehm. Tut nicht weh. Ist kein Stress. Keine fromme Leistungsnorm. Bei Soaking darf ich sogar einschlafen, ohne dass Gott schimpft. Überhaupt schimpft Gott nicht. Gott hat Geduld, zeigt mir die Größe seiner Pläne für mein Leben. Lässt mich fühlen, was er über mich empfindet; ist nicht genervt, sondern freut sich über mich, gönnt mir Gutes. Macht gern ein Spiel mit mir. ?Wir machen mal ein Spiel?, sagt Gott, ?wir nehmen jeder einen Zettel und schreiben darauf lustige Sachen. Über den anderen, über das Leben, über uns selbst ? Wünsche, Phantasien und was uns so einfällt.? Ach so? Gott ist gar nicht immer nur so ernsthaft, sondern auch ganz spielerisch? Das Leben hat er gar nicht als ?Ernst des Lebens? gemeint, sondern mehr wie einen fröhlichen Kindergeburtstag? Erfahrung 2: Der Zettel ?Brief an und von Gott? zeigt vieles, was der Religionsunterricht nicht gelehrt hat. Aber Jesus bestätigt: ?Der Vater hat euch lieb?, und der Heilige Geist singt wie ein Background-Choir: ?Papa, Papa, Papa, Papa - Papa, Papa, Papa, Papa?.
Es wird deutlich: neue Gedanken und neue Gefühle zu Gott
entstehen in mir, die anders sind als meine bisherigen, ?herkömmlichen? Vorstellungen. Bisher fühlte ich den ?Gott der Bibel?, den ?strengen Gott?, den ?richtenden Gott?, den ?strafenden Gott?; mit einmal waren da neue Eindrücke über einen ?Gott, der immer für mich ist?, einen ?Gott, der Tag und Nacht mich verliebt und begeistert anschaut, der für mein Wohlergehen sorgt, der an meiner persönlichen Entwicklung total interessiert ist und der es liebt, wenn ich Strichmännchen an die Tapete male?.
?So kenne ich dich gar nicht, Gott?, denke ich. ?Man lernt nicht aus?, sagt Gott.
Die Vaterherzschule geht also weiter ? im Alltag.
Kleine Ergänzung: Ein während dieser Zeit entstandenes Gedicht mit dem Titel Entwurf findet sich in der Rubrik Lyrik.
Bild: www.photocase (Thomas Kerzner)